{ 6. Oktober 2009 }

Aktionswochen 2009 gegen Antisemitismus

Bereits seit 2004 koordiniert die Amadeu Antonio Stiftung die bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus. Ziel der Aktionswochen ist, in den Wochen um den 9. November durch eine Vielzahl von Veranstaltungen auf historischen und aktuellen Antisemitismus aufmerksam zu machen, öffentliche Diskussionen anzuregen und über das Thema aufzuklären.

Dieses Jahr werden sie vom Bündnis für Demokratie und Toleranz unterstützt.

Was 2004 im vergleichsweise überschaubaren Rahmen von 50 Veranstaltungen begonnen hatte, entwickelte sich bis 2008 zur größten Kampagne gegen Antisemitismus in Deutschland, mit 400 Veranstaltungen die von über 160 Projektpartnern umgesetzt wurden.

1_logo_amadeu_311Partner vor Ort unterstützen die Aktionswochen gegen Anti- semitismus, indem sie Veranstaltungen durchführen und diese in den Rahmen der Aktionswochen stellen. Die Bandbreite an Veranstaltungsformen und Zielgruppen ist groß – das Spektrum reicht von Lesungen, Diskussionsrunden und Tagungen, bis hin zu Demonstrationen, Partys und Rock-Konzerten. Die Aktionswochen sind ganz bewusst nicht auf klassische Gedenkarbeit beschränkt. Sie sollen möglichst vielseitig sein, um eine breite Masse von Menschen erreichen zu können.

Allein 2009 wurde eine Vielzahl an antisemitischen Vorfällen verzeichnet. So kam es beispielsweise zu Schmierereien am Holocaust-Mahnmal in Berlin und an jüdischen Friedhöfen in Bad Segeberg, Schwedt oder Weimar. Im August und September wurden Stolpersteine in Berlin und Bremen geschändet. Aber auch antisemitische Übergriffe sind in Deutschland an der Tagesordnung. Erst kürzlich beleidigte eine Gruppe Männer in Berlin Zehlendorf einen Mann auf offener Straße mit antisemitischen Sprüchen und bewarfen ihn mit einer Bierflasche.

Anette Kahane, die Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung, beschreibt die Notwendigkeit der Aktionswochen folgendermaßen: »Die Aktionswochen können eigentlich nur wieder und wieder versuchen, im Mainstream eine möglichst breit getragene Sensibilisierung auszulösen und zu verfestigen. Es geht darum, die wahrhaft menschenfeindliche Motivation von Antisemiten schonungslos zu demaskieren.«

Wir laden jede und jeden herzlich dazu ein, sich zu beteiligen. Für mehr Informationen: konstanze.ameer (at) amadeu-antonio-stiftung.de


Kommentar schreiben

Zufällige Artikel
BÜZ – die Bürgerzeitung #6
BÜZ - die Bürgerzeitung #6 ist erschienen.

In der 6. Ausgabe finden sie, werte Leserinnen und Leser aus und um Nordhausen, wieder einmal wissenswertes und interessantes. Es geht um das neue Bundesprogramm zur Extremismus- bekämpfung. Dann wird ein neues Projekt vorgestellt, Nordhausen während der NS-Zeit.  ...und etliche andere lesenswerte Artikel und Beiträge.

// weiterlesen

»Thüringentag der nationalen Jugend« verboten – Aktualisierung 17:30

Laut Presseberichten ist die neonazistische Veranstaltung verboten.

// weiterlesen