{ 11. Juli 2009 }

Trauer um getötete Ägypterin

Mit Bestürzung haben wir den gewaltsamen Tod von Marwa S. zur Kenntnis genommen. Wir trauern mit Ihrer Familie.

symbol-des-gedenkens

Sie ist am 1.Juli Opfer eines rassistischen Mords im Dresdner Landgericht geworden Am besagten Tag war die im dritten Monat schwangere Ägypterin Marwa S. vor den Augen ihres 3jährigen Sohnes mit 18 Messerstichen im Gerichtssaal getötet worden. Dem Ehemann der Ermordeten wurde im Handgemenge mit dem Täter von einem herbeieilenden Bundespolizisten ins Bein geschossen worden.

Der Täter Alex W. hatte Medienberichten zufolge wenige Minuten vor der Tat am 1. Juli damit gedroht, dass, »wenn die NPD an die Macht kommt, […] damit Schluss [ist]« und die Frau gefragt, ob »sie überhaupt ein Recht [habe], in Deutschland zu sein?«.

Die Tat ist ein trauriger Höhepunkt der zunehmenden Islam-Feindlichkeit in Deutschland. Erst vor einer Woche (1. und 2. Juli) hat die NPD in mehreren Thüringer Städten sog. »Mahnwachen« vor muslimischen Gebetsräumen durchgeführt. In Nordhausen war die »Mahnwache« vom Landratsamt verboten worden. In Jena sah sich die NPD mit einem kraftvollen Protest konfrontiert, dass sie ihre »Mahnwache« frühzeitig abbrechen musste. In Nordhausen beteiligten sich Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen an dem »Frühstück für Toleranz und Religionsfreiheit« und gaben somit ein eindeutiges Statement gegen Fremdenfeindlichkeit ab. Frauen wie Männer konnten sich in den Räumlichkeiten der muslimischen Gemeinde über Religion und Lebensform der Muslime und Muslimas (weibl. Form) informieren.

Wünschenswert ist, dass solche Aktionen immer Wiederholungen finden und wir uns in einen stetigen Austausch von Religion und Kultur begeben und ihn miteinander erfahrbar werden lassen. So können wir Vorurteile abbauen und der extremen Rechten und ihrer menschenverachtenden, Ideologie, ihren populistischen Parolen und ihrer Demagogie ein wirksames, vielfältiges MITEINANDER entgegensetzen. MITEINANDER dazu beitragen, dass solche Taten wie in Dresden nicht unkommentiert bleiben und die Betroffenen rassistischer Hetze und extrem rechter Angriffe nicht allein bleiben.

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